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Wasserstoffkarten und Wasserstoffbildung zur Förderung der interkontinentalen Zusammenarbeit und Ausbildung in der Wasserstoffindustrie

H2Map-Educate

Afrika entwickelt sich rasch zu einem zentralen Akteur in der weltweiten Produktion von grünem Wasserstoff. Dennoch stehen Pionierländer wie Namibia und Südafrika vor erheblichen strukturellen Hürden: Es mangelt an einer umfassenden digitalen Kartierung der Infrastruktur und an fundierten Analysen der sozioökologischen Risiken.

Das transdisziplinäre Projekt H2Map-Educate geht diese Herausforderungen direkt an, indem es technologische Innovation mit umfassendem akademischem und beruflichem Kapazitätsaufbau verbindet. Methodisch baut das Projekt auf den Erfahrungen des am FENES koordinierten Wasserstoffatlas Deutschland auf und passt diese Ansätze an den afrikanischen Kontext an.

Das Projekt stützt sich auf zwei miteinander verbundene Kernsäulen:

  1. Hydrogen Mapping WebApp: Entwicklung einer modularen Open-Source-Onlineplattform, die Geodaten, Energiesystemmodellierung und Echtzeitüberwachung integriert. Sie dient als transparente Entscheidungsgrundlage für Investoren, Forscher und politische Entscheidungsträger, die die Wasserstoffwirtschaft ausbauen.
  2. Learning Factory: Einrichtung einer physischen und digitalen Lehr- und Versuchsumgebung am Lüderitz-Campus der Namibia University of Science and Technology (NUST). Hier werden akkreditierte Lehrpläne und praxisorientierte Ausbildungsprogramme umgesetzt, um die lokale Wertschöpfung und Beschäftigung zu stärken – mit einem ausdrücklichen Fokus auf Geschlechtergleichstellung (mit einem Ziel von mindestens 40 % weiblicher Beteiligung).

Schwerpunktbereiche und Arbeitspakete

Das Projekt gliedert sich in drei strategische Hauptsäulen:

  • Kapazitätsaufbau und Ausbildung von Fachkräften: Einrichtung der „Learning Factory“ an der NUST, Durchführung von Berufs- und Hochschulbildungsprogrammen mit Schwerpunkt auf der Produktion, Sicherheit und Anwendung von Wasserstoff.
  • Sozioökologische Folgenabschätzung: Einbeziehung von Nachhaltigkeitsindikatoren (z. B. Wasserfußabdruckanalyse zur Vermeidung lokaler Wasserknappheit, Landrechte) und Durchführung partizipativer Stakeholder-Workshops direkt mit lokalen und indigenen Gemeinschaften.
  • Einbindung der Industrie und politische Integration: Enge Zusammenarbeit mit Akteuren aus Industrie und Politik zur Formulierung politischer Empfehlungen und zur Veröffentlichung eines umfassenden Leitfadens für die Wasserstoffindustrie.